Meldung vom Mittwoch, den 28.07.2010

Bär beim Zukunftsforum Michelbach
Kronach -Im Mittelpunkt des "Zukunftsforums Michelbach" stehen familienpolitische Themen sowie die Zukunft des Mehrgenerationenhauses Kronach. Als Gastrednerin begrüßte der Bundestagsabgeordnete
Hans Michelbach im Tagescafé des BRK-Seniorenhauses die Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dorothee Bär. Hintergrund des Zukunftsforums war die Tatsache, dass die fünfjährige Förderung des Mehrgenerationenhauses (MGH) über jährlich 40 000 Euro seitens der Bayerischen Staatsregierung Ende 2011 auslaufen wird.
Die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hatte das Aktionsprogramm MGH 2006 auf Bundesebene initiiert als Reaktion auf den demografischen Wandel in Deutschland. Die Häuser sollten Menschen verschiedener Generationen Raum bieten, voneinander zu lernen und Nachbarschaftshilfe mit sozialen Dienstleistungen in der Region vernetzen.
Vor Ort hatten sich die beiden Bundestagsabgeordneten ein Bild von der Einrichtung und deren vielfältigen Angeboten gemacht. In einem Gespräch mit den Verantwortlichen des MGH beziehungsweise des BRK-Kreisverbands waren bereits die Zukunftsaussichten der Begegnungsstätte von Jung und Alt intern diskutiert worden. Laut der MGH-Projektleiterin Sabine Scherbel hätte ein Förderungswegfall zur Folge, dass ein Teil des Leistungsspektrums - wie Kinder-Randzeitenbetreuung, Jugendrotkreuz oder "Leben plus" - nicht mehr in dieser Form aufrechterhalten werden könne. Die bayernweit existierenden 95 Mehrgenerationenhäuser hätten in einem gemeinsamen Positionspapier ihrer Forderung nach weiteren Fördergeldern Ausdruck verliehen.
In der öffentlichen Veranstaltung versicherten die beiden Politiker, sich für eine Förderung über 2011 hinaus stark zu machen. Da jedoch einige Einrichtungen fehl gelaufen seien beziehungsweise sich darunter "schwarze Schafe" befänden, könne die Förderung nicht wie bislang im Gießkannensystem erfolgen. "Wir müssen uns vor Ort überzeugen, wo es läuft und wo nicht. Dann muss individuell entschieden werden", forderte sie.
Hans Michelbach ging auch auf den demografischen Wandel ein, eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit. Habe Deutschland heute noch rund 82 Millionen Einwohner, werde das Land - auch bei einer jährlichen Zuwanderung von 100 000 Menschen - in 50 Jahren lediglich noch 65 Millionen Einwohner haben. Auch in Kronach merke man den Rückgang mit ganzer Wucht. So verliere der Landkreis Kronach jährlich über 600 Einwohner. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf resultiere im Wesentlichen aus einer Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Familienorientierte Maßnahmen seien für ihn unter anderem unterschiedliche Formen der Flexibilisierung von Arbeitszeiten sowie das Angebot von Tagesmüttern.
Wie Dorothee Bär ergänzte, müssten nicht nur die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch für Karriere und Familie geschaffen werden. Hierfür seien in Zukunft verstärkt die Kommunen gefordert. Eine Vorzeigegemeinde sei beispielsweise Steinbach am Wald. Ab September 2010 gebe es dort durchgehende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von 6 bis 22 Uhr.
Laut der Rektorin der Grundschule Johannisthal, Barbara Fößel, bliebe die Förderung von Kindern bisher im Argen. Als "Dilemma" bezeichnete sie das Buchungssystem für Betreuungsstunden in den Kindergärten sowie die Betreuung von 29 Grundschulkindern durch lediglich eine Lehrkraft. hs
Quelle: Neue Presse, 28.07.2010



Sonntag, 29.08.2010